Vorschau Hofkultur 2008

Samstag, 14. Juni, 11 bis 22 Uhr

Wir arbeiten der Trennung von "E"- und "U"-Kultur entgegen. Bei der "Hofkultur 2008" begegnen sich Klassik und Metal, Comix-Art und Buch-Kunst, Performance und Bildende Kunst, Literatur und mediale Präsentation, Street Acts und moderner Tanz. Mehr als 50 Mitwirkende aller Sparten gestalten das Programm, das derzeit noch in Arbeit ist – hier einige Ausschnitte.


Musik

Wir freuen uns nicht nur über die Zusage von mehreren Duo- und Solokonzerten, sondern auch über die erstmalige Teilnahme des renommierten Kurpfälzer Kammerorchesters (http://www.kko.de). Dank finanzieller Hilfe des Landes Rheinland-Pfalz konnten wir das Orchester für das große Abschlusskonzert des Tages auf der Hauptbühne engagieren. Ein musikalisches Kontrastprogramm bietet dort am frühen Abend die Female Fronted Symphonic Metal Band Atargatis (http://www.atargatis.de), 1997 im Regensburger Raum gegründet, mit harten und sinfonischen Klängen. Ein Konzert mit klassischer Gitarre und Gesang, "Canciones de Lorca", gestaltet der Gitarrensolist Harald Kühn (http://www.haraldkuehn.de.vu) gemeinsam mit dem Opernsänger Mathias Mann. Der Musiker und Komponist Raimund Waldvogel (Piano & Electronics) präsentiert unter dem Titel "Musique Pittoresque" Neue Musik, inspiriert von ausgestellten Kunstwerken. Die jungen Künstlerinnen Sonja Beckmann (Sopran) und Johanna Kohl (Harfe) stellen im Hof der Hintergasse 19 alte und neue Lieder vor.


Bildende Kunst

Der bekannte Neustadter Comic-Zeichner Steffen Boiselle (http://www.agiro.de) zeigt vor Ort work in progress, das Bureau bHK Heuchel & Klag sein Buchkunst-Projekt Hildegard von Bingen (http://www.bureau-heuchel-klag.de). Auf Raumzeichnungen, Installationen und Videoarbeiten ist Barbara Hindahl spezialisiert. Mit Skulpturen sind u.a. Peter Brauchle, Wolfgang Helfferich (Glasskulpturen; http://www.helfferich.de), Willie Hoffelder, Gerd Reutter (http://www.gerdreutter.de),
Martin Schubert (http://www.schubert-plastiken.de), Sybille Szukala (http://www.woodenexperience.de) und Friedrich Weschmitt vertreten. Weschmitts Arbeiten waren 2007 auch in einer Einzelausstellung des Neustadter Kunstvereins zu sehen. Ein Wiedersehen gibt es auch mit Josef Werner, dessen ironisch-hintersinnige Werke bei der Ausstellung "Junge Künstler in der Villa Böhm" 2007 Furore machten. Künstlerinnen und Künstler des Neustadter Kunstvereins, darunter Wolfgang Friedrich, Bärbel Haag, Manfred Plathe und Klaus Scheu, stellen in der Mittelgasse eigene Werke aus. In weiteren Höfen präsentieren die Künstlerinnen und Künstler Trudel Becker, Martin Eckrich (http://www.martin-eckrich.de), Beate Emde (http://www.beate-emde.de), Marc Hegemann (http://www.kinglow.de) und Karin Jessen (http://www.karin-jessen.de) ihre Arbeiten.


Performance

Zu einer gemeinschaftlichen Aktion haben sich die Performance-Künstlerin Tine Duffing (http://www.cocoon-art.de) und die aus Kalifornien gebürtige bildende Künstlerin Mary Dee (http://www.mary-dee.de) zusammengetan. Titel des Programms: "Kunst im Gepäck – Tine Duffing und Mary Dee öffnen ihre Koffer". Amelia Fayray stellt bei ihrer medialen Präsentation "Pictures of my Secondlife" vor, musikalisch moderiert von DJane Maximiliane. Die Performance- und Videokünstlerin Kamikaze Jane (http://www.kamikazejane.de) agiert schwerelos und schwebend in der Aktion „Meaningless: Time and Movement“. Ein Wiedersehen gibt es mit der Performancegruppe Erbengemeinschaft Felix Gordon aus Speyer (http://www.felixgordon.de) – in Neustadt bereits bekannt für Straßenaktionen der phantastischen Art. Auch drei Cosplayerinnen flanieren durch die Gassen: Ausgestattet mit auffallenden, extravaganten Kostümen, schlüpfen sie in die Rollen ihrer (fiktiven) Lieblingsfiguren.


Literatur

Fließend sind die übergänge zwischen Kunst, medialer Präsentation und Literatur, wie Prof. Dr. Herbert W. Franke beweist (http://www.herbert-w-franke.de). Neben seinem visuellen Vortrag über "Science Art und Computerkunst" stellt der international renommierte Künstler, Physiker, Höhlenforscher und Schriftsteller, der zu den bekanntesten Science Fiction-Autoren der Gegenwart zählt, auch Kurzgeschichten vor (Hof der Buchhandlung Osiander). Am selben Ort liest die Schriftstellerin Gabriele Weingartner aus ihrem Roman "Fräulein Schnitzler". "Oh wurste Welt" heißt das Programm des Satirikers Andreas Fillibeck, der unter anderem die Einrichtung von Stark- und Schwachtrinker-Zonen in Kneipen vorschlägt. "Geschichten in Sicht" hat das Tourneetheater Monteure (http://www.theater-monteure.de) mit der gleichnamigen Inszenierung für Kinder und Erwachsene, in deren Mittelpunkt die Welt der Bücher steht.


Theater / Tanz

Wie in den Vorjahren beteiligen sich auch Mitglieder der Neustadter Schauspielgruppe am Bühnenprogramm. Unter dem Arbeitstitel "Best of Faust" präsentieren Markus Mohr, Christina Jakobs, Axel Diernfellner, Debora Thomas-Chmielus und Gunthram Raquet Szenen aus dem Klassiker. Solisten des Balletts des Pfalztheaters Kaiserslautern (http://www.pfalztheater.de) sind im Pas de deux auf der Hauptbühne zu sehen und zeigen Ausschnitte aus der aktuellen Produktion "Duke Ellington Forever". Nachwuchstalente stellt die Neustadter Ballettschule Petra Schreieck-Sobirey (http://it-biz.eu/schreieck/) mit dem Tanzprogramm BOLERO vor. Auf der Bühne der Hintergasse 19 wirbelt das Hip Hop-Ensemble "Fast Foot" aus Zweibrücken u.a. in einer LOVE STORY-Choreografie von Susanne Widmann herum.


Abschlusskonzert

Krönender Abschluss des Tages ist ein Serenadenkonzert mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester Mannheim. Mit heiterer sommerlicher Musik von Mozart, Bach sowie Meistern der "Mannheimer Schule" schlägt es einen Bogen in das 18. Jahrhundert, als Neustadt noch kurpfälzisches Oberamt war und Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz im Mannheimer Schloss residierte. Nach Mannheim, damals Welthauptstadt der Musik, kam Ende 1777 der junge Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), um die weltberühmte Hofkapelle Carl Theodors zu erleben und nach Möglichkeit eine Anstellung in diesem Spitzenorchester zu bekommen. In seinem Reisegepäck hatte Mozart zahlreiche seiner Kompositionen - u. a. mehrere Sinfonien, darunter vermutlich auch die Sinfonia KV 162. Damals hatte sich Carl Stamitz bereits in Paris etabliert, wo er in Zusammenarbeit mit dem böhmischen Klarinetten-Virtuosen Johann Joseph Beer (1747-1811) die weltweite Verbreitung dieses Instrumentes in die Wege leitete. Mit Altmeister Johann Sebastian Bach rundet das Orchester den musikalischen Spaziergang durch die Musik des 18. Jahrhunderts ab und beendet das Programm mit einem Ausschnitt aus seiner Ouvertüre h-moll für Flöte und Orchester, deren virtuoser Finalsatz "Badinerie" nicht nur alle Spatzen von den Dächern pfeifen, sondern mittlerweile auch als Handy-Klingelton populär ist. Das Orchester spielt unter Leitung von Dr. Hans Oskar Koch, Solisten: Joachim Schmitz (Flöte), Karl Schlechta und Heinrich Hölzli (Klarinette).


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